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Friedrich I., König in Preußen
Friedrich I., König in Preußen

In der Welt bekannt: die Friedrichstraße

Das Quartier 110 – ein Gebäudekomplex zwischen Tauben-, Glinka- und Mohrenstraße – ist geprägt durch seine Lage an der Friedrichstraße, eine der bedeutendsten Adressen der Friedrichstadt. Angelegt wurde sie von Friedrich I. im 18. Jahrhundert.

Die fast zwei Kilometer lange Straße wurde auf Befehl König Friedrich II. als zentrale Achse der Friedrichstadt von Nord nach Süd fortgeführt. Hier mussten, der königlichen Order gehorchend, Beamte und wohlbetuchte Bürger ihre Häuser in den holländischen Kolonialstädten nachempfundenen Karrees bauen.

Rund um die Friedrichstraße

Das gesamte Viertel bis hin zum Hausvogteiplatz nahm vor allem nach Gründung des Kaiserreiches einen bedeutenden Aufschwung, etablierte sich dort in der Nähe zum Schloss der Hohenzollern doch alles, was im Finanz- und Kreditgewerbe und Schwerindustrie Rang und Namen hatte. Während der Gründerzeit schnellten die Baulandpreise durch die höhere Ausnutzung der Grundstücke derart in die Höhe, dass die kleineren Häuser den mehrgeschossigen imposanten Geschäftshäusern und Repräsentanzen der Banken, Versicherungen und Industriekonzerne weichen mussten.

Quartier 110 – ein Standort mit Tradition

Im Jahre 1937 wurde an der Mohrenstraße der erste Bauabschnitt eines repräsentativen Geschäftssitzes der Allianz-Versicherungen realisiert. Sie besaß bereits einen Sitz an der Mohren-/ Ecke Kanonierstraße (heute Glinkastraße), der jedoch für die Versicherer nur einen Seitenteil eines groß angelegten Projekts darstellte. Für den Erweiterungsbau war geplant, die damals denkmalpflegerisch betreuten Predigerhäuser der Dreifaltigkeitskirche abzureißen.

Durch Kriegseinwirkungen wurde das Gebäude zwischen der Mohren- bis hin zur Friedrichstraße stark beschädigt. Den gesamten Allianz-Komplex übereignete man im Jahr 1949 dem „Deutschen Außenhandel“ (DAHA), später „Deutschen Innen- und Außenhandel“. An der Friedrichstraße erbaute der Architekt Kurt Rudolph Bieber das Haus Friedrichstadt (1934-1937) im Jahre 1955 wieder neu im Repräsentationsstil der DDR-Architektur. Zusammen mit den wieder errichteten Gebäuden entlang der Mohrenstraße bildete es die einstige repräsentative Amtsstelle des DDR-Handels. Gleiche Geschosshöhen ließen damals ein nach außen organisch wirkendes Gebäudeensemble mit vier Höfen und einem prägnanten Eingang Friedrich-/ Ecke Taubenstraße entstehen.

Das Quartier 110 im Wandel

Der Wiederaufbau der beschädigten Trakte des Gebäudes an der Mohrenstraße zog sich bis zum Jahr 1952 hin. Dort gab es Vereinfachungen der Architektur von Karl Wach und Heinrich Roskotten besonders an der Hauptfassade, die einen Stil zwischen Moderne und Tradition vertraten. Ihr Haus zeigte an der Straßenfassade eine rosafarbene Porphyr- und Sandsteinverkleidung, hochrechteckige Fenster in exakter achsialer Ordnung und langen Reihung und bildete eine Ergänzung des Baus in der Glinkastraße. Der Neubau von Bieber nahm Fluchtlinie und Traufhöhe des in Teilen wiederhergestellten Altbaus auf und schloss auch in Fassadengliederung und Achsenrhythmus an diesen an. Wandpfeiler und französische Fenster schafften eine Vertikalwirkung und großzügige Leichtigkeit.

Denkmalschutz für das Quartier 110

Im Jahre 1998 wurde das Gebäudeensemble unter Denkmalschutz gestellt. Zusammen mit der Denkmalbehörde entwickelten die Eigentümer ein Konzept, bei dem die wesentlichen Gebäudeflächen erhalten bleiben und in den Innenhöfen neue Nutzflächen, insbesondere eine dreigeschossige Tiefgarage, geschaffen werden. Die Architekten Diener & Diener wurden beauftragt, dieses schon damals funktional zusammenhängende Verwaltungszentrum mit einem repräsentativen Eingang an der Friedrichstraße als Bürokomplex wieder herzustellen.

Das vollständig modernisierte Quartier 110 ist heute eine der attraktivsten Adressen in der Friedrichstraße in Berlin-Mitte.